Liebe Mitbrüder,

Die Gleichnisse vom  verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme, die wir im heutigen Evangelium gehört haben, sollen nicht nur das Verhalten Jesu rechtfertigen, sondern das Gottesbild der Pharisäer korrigieren / gutmachen. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf stellt zugleich Jesus als den guten Hirten dar. Wie das Alte Testment  Gott als ein Hirt  festgestellt hat, ,,der seine Herde weidet;  und  sie mit seinem Arm sammelt;  Der die Lämmer in seinem Busen trägt, die Muttertiere sacht führt (Is 40,9-11 ) ebenso  ist  Jesus  auch im neuen Testament als ein Hirt gezeigt. Er kümmert sich nicht nur um einige Schafe die Gesund und ihm gehörsam sind, sondern auch um die Kranken und trotzige Schafe. Gott hat ein Ziel.  Er will ja, dass sein Haus voll wird; es ist aber nicht voll, solange statt zehn nur neun, statt der hundert nur neunundneunzig da sind.  Jeder von uns ist Gott wichtig. So sagt Jesus, ,,Verkauft man nicht zwei Sparzen für ein Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne  den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt´´( Matt 10,29-30).

Lukas präsentiert Jesus als einer der mit Zöllnern, und öffentlichen Sündern verschmelzt. Für den Pharisäer ist das ein Skandal, aber ,,im Himmel´´, ,,bei den Engel Gottes´´, wird die Bekehrung  eines Sünders, die Rettung eines Velorenen, als freudiges Ereignis gefeiert. Die entscheidende Initiative der Bekehrung eines Sünders geht von Gott aus. So bestätigte der Prophet  Jeremiah als er sagte:  ,,Ich  gebe ihnen  Einsicht ins Herz mich zu erkennen, dass ich Jahwe bin. Dann sollen sie mein Volk sein und ich will ihr Gott sein, weil   sie sich von ganzem Herzen zu mir bekehren (Jer.24,7 ).

Wenn der Gottlose sich von all seinen Sünden, die er begangen hat, abwendet, so soll er am  Leben bleiben und nicht sterben. All seiner Missetaten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er am Leben  bleiben. Dass ist eine göttliche Logik. Menschliche Logik ist es: ,,Wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn´´.  D.h  Der Gottlose hat viel gesundigt und muss sterben.  Aber Gott ist  größer als wir Menschen uns ausrechnen können; er zeigt seine größe, wenn er einem Sünder verzeiht, nicht weniger als wenn er aus dem Nichts die Welt erschafft.  Gott freut sich nicht über die Sünde / über den Tod des Sünders, sondern über seine Umkehr, und zwar über  jeden einzelnen. Nur ein unendlich  großer Gott kann das, und nur ein Sünder ist fähig, ihm diese Freude zu bereiten. Wir  alle brauchen eine Umkehr. Darum freut sich den Herr Gott.